Paradigmen

und ihr Wechsel

• menschliche Lebensumstände und kulturelle Evolution unter dem Aspekt des Paradigmenwechsels • ©Paradigmen2002 •

Kleines Astronomie-Lexikon



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Heute ist der 25.11.2017

Letzte Seitenänderung am: 09.06.2017
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A


Abendrot

abendrot

Wie erklärt sich die Rot-Färbung des Himmels am Abend oder Morgen?
Bei auf- oder untergehender Sonne ist die Wegstrecke des durch die Erdatmosphäre einfallenden Sonnenlichts so groß, also die Schicht aus Luft- und Partikel-Molekülen so stark, dass auf Grund der stattfindenden Streuung das hochfrequente blaue Licht vollständig und das langwellige, niederfrequente rote Licht nur teilweise gestreut wird, so dass nur noch überwiegend rotes Restlicht bis zur Erdoberfläche gelangt. Der gleiche Effekt tritt bei einer Mondfinsternis auf.
Im Gegensatz zum blauen Himmel am Tag, gelangt am Morgen und Abend kaum noch "weißes", sondern nur rötliches Sonnenlicht auf die Erdoberfläche. Der Himmel erscheint dabei wegen des völlig gestreuten blauen und des teilgestreuten roten Lichtanteils rot bis rot-violett.


Siehe auch: "Blauer Himmel"
Diese Lichtstreuung nennt man nach ihrem Entdecker "Rayleigh-Streuung".



Abendstern

venus

Mit dem volkstümlichen Begriff "Abendstern" ist der Planet Venus gemeint, der nach Sonnenuntergang am Westhorizont als (passiv) leuchtender "Stern" gesehen werden kann. Zugleich stellt Venus auch den so genannten Morgenstern dar.



AE

Astronomisches Längenmaß: 1 Astronomische Einheit (AE) entspricht dem mittleren Erdabstand von der Sonne: ≅150 Mio.km.
So lassen sich die Abstände der übrigen Planeten einfacher, nämlich als Teil oder Mehrfaches des Erdabstandes = 1 angeben. Der mittlere Erdabstand von der Sonne entspricht der großen Halbachse der Erd-Umlaufbahn-Ellipse. Siehe Ellipsen-Schema. Ähnlich setzt man bei Masse, Dichte, Durchmesser, Magnetfeld und Neigung der Umlaufbahnen die Erd-Maße als Bezugsgröße, um die "astronomischen" Werte zu vereinfachen.



Äquinoktium

Zweimal im Jahr, am 21.März und am 23.September, sind Tag und Nacht überall auf der Erde gleich lang: Äquinoktium.



Äußere Planeten

Dies sind die Planeten vom Jupiter bis zum Neptun.
Zwischen inneren und äußeren Planeten befindet sich der Planetoiden -Gürtel.



Albedo

Ein Maß für die quantitative Reflektivität eines Objekts wie z.B. eines Planeten oder eines anderen nicht aktiv leuchtenden Himmelskörpers, der also keine eigene Leuchtkraft besitzt, sondern das Sonnenlicht mehr oder weniger stark reflektiert. Die Albedo-Skala reicht von 0,0 bis 1,0. Eine schwarze Oberfläche, die das Licht vollständig absorbiert, hat eine Albedo von 0,0. Eine weiße, das Licht komplett reflektierende Oberfläche hat eine A. von 1,0 .



Aphel

ellipse

Der Aphel (sprich ap-hel) ist der sonnenfernste Punkt auf der elliptischen Umlaufbahn eines Planeten. Siehe auch Perihel und Ellipsenschema



Aristarch von Samos
Griechischer Astronom, der etwa 310-230 auf Samos lebte. Er baute die Vermutung des Herakleïdes weiter aus, dass die Sonne ein Zentral-Gestirn sein müsse, um das sich die Erde bewege. Freilich fehlten ihm seinerzeit die Möglichkeiten, diese These zu beweisen.



Asteroidengürtel = Planetoidengürtel

Zwischen Inneren und Äußeren Planeten, zwischen Mars und Jupiter, umkreist ein Gürtel von kleinsten bis Kilometer durchmessenden Gesteins/Metallkörpern planetenartig die Sonne ("Planetoidengürtel").



Astrologie

Sternenkunde, stellt in anthropo- bzw. "ego"zentrischer Sichtweise Zusammenhänge zwischen Sternstellungen und menschlichen Schicksalsverläufen her.



Astronomie

Wissenschaft von den Gesetzmäßigkeiten der Gestirne (Planeten, Sonnen, Galaxien, Galaxienhaufen, Sternhaufen, interstellare Materie, Weltraum-Strahlung)



Astronomische Einheit (AE)

Siehe unter "AE"





Atmosphäre

Allgemein: Die Atmosphäre ist die gasförmige Hülle eines Himmelskörpers, der auf Grund seiner Masse und daraus folgender Gravitation in der Lage ist, diese Gashülle um sich herum zu halten, am Entweichen zu hindern.



Atmosphärischer Druck

Auf der Erde Luftdruck genannt, wird mit einem Barometer gemessen. Der mittlere Luftdruck in Meeresspiegelhöhe beträgt:

 1013 HPa (Hektopascal)
= 101325 Pa (Pascal)
= 1013 millibar
= 1 atm (physikal.Atmosphäre)
= 760 Torr (760 mm Hg-Säule)
≅ 1 bar
≅ 1 kg/cm²
= 10 m Wassersäule

Beim Aufstieg von der Erde halbiert sich der Luftdruck alle 5,6 km. Beim Abtauchen im Wasser nimmt der Druck alle 10 m um 1000 HPa zu.



Aurora

Wenn Sonnenwind in die Ionosphäre eines Planeten gelangt, kommt es zwischen der Korpuskularstrahlung des Sonnenwinds und der Ionosphäre des Planeten zu Wechselwirkungen, die Leuchterscheinungen auslösen: Aurora. Siehe auch Polarlicht.



B


Blauer Himmel

blauer himmel

Warum sehen wir bei Tag den wolkenlosen Himmel blau?

Das Sonnenlicht wird beim Eintritt in die Erdatmosphäre gestreut. Die elektromagnetischen Wellen (hier also: Sonnenlicht) treffen auf Moleküle von Luft, Wasserdampf, Staubteilchen und anderer Beimengungen und werden hierbei umso stärker gestreut, je kleiner ihre Wellenlänge im Vergleich zum Durchmesser des Moleküls ist. Die Streuung findet senkrecht zum Einfallswinkel des Lichts statt. Die Intensität ist der 4. Potenz der Wellenlänge umgekehrt proportional und der 2. Potenz des Teilchenvolumens direkt proportional, weshalb der blaue Anteil des Sonnenlichts etwa fünfmal stärker gestreut wird als der rote. Dabei gelangt der größte Teil des Sonnenlichts als nahezu "weißes", etwas gelbliches Licht auf die Erdoberfläche. Vom blauen - in der Atmosphäre gestreuten - Lichtanteil gelangt aber noch soviel bis zur Erdoberfläche, dass uns der Himmel blau erscheint.

Nach: Lexikon der Naturwissenschaftler, S. 4020 / http://www.digitale-bibliothek.de/band85.htm

Siehe auch: Abendrot, Morgenrot, Rayleigh



Brahe, Tycho

brahe

Dänischer Astronom (1546-1601), der sehr genaue astronomische Messungen vornahm, die bis zur Erfindung des Fernrohrs 1608 unübertroffen waren. Allerdings vertrat er ein System des Weltalls, das eine Kombination von geozentrischem (Ptolemäus) und heliozentrischem (Kopernikus) System darstellte:

»Die 5* Planeten umkreisen die Sonne. Die Sonne umkreist mit diesen Planeten die Erde. Die Erde ruht, die Sternenkugel dreht sich einmal am Tag um die Erde.«

*Zu Brahes Zeiten waren erst 5 Planeten unseres Sonnensystems bekannt.






C


Ceres
(gr. Demeter)

ceres

Dieser Himmelskörper gilt seit der IAU-Resolution 2006 als Zwergplanet. Ceres ist das größte Objekt im Asteroidengürtel (Planetoidengürtel) zwischen Mars und Jupiter. Die obige Abb. zeigt die Größenverhältnisse zwischen Ceres, Erde und Erdmond an.

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 2,5-2,9
Durchmesser: 975 km (Äquator)
Dichte: ∼2,05 g/cm3
Masse: 9,35 x 1035 kg
Ceres-Tag: 0,38
Ceres-Jahr: 4,61
Umlaufgeschwindigkeit: 17,9 km/sec
Atmosphäre: ?
Temperatur: 167 K
Albedo: ≅0,11
Monde: 0




CET oder CEST

bedeutet Central European (Summer) Time



Cusanus, Nicolaus

kues

Nikolaus von Kues oder Nicolaus Cusanus (1401-1464) war deutscher Kirchenrechtler, Philosoph, Kardinal und Naturwissenschaftler. Sein Werk, in dem er auch mathematische Verfahren und Begriffe auf Philosophie und Theologie anwandte, kennzeichnet das Ende der scholastischen Ära und den Beginn neuzeitlichen Denkens. Er regte die Kalenderreform an, die später (1582) von Papst Gregor XIII. eingeführt wurde. Er war maßgeblich an der Entlarvung der "Konstantinischen Schenkung" als Fälschung beteiligt. Etwa 100 Jahre vor Kopernikus stellte er − theologisch-spekulativ − eine Theorie zur heliozentrischen Weltsicht auf.




D


Doppler und Rotverschiebung

Christian Johann Doppler (1803-1853) war österreichischer Physiker und Mathematiker. Er entdeckte 1842 den nach ihm benannten Doppler-Effekt: Dieser Effekt besteht in der Zu- bzw. Abnahme von Schall- oder Licht-Frequenzen, wenn sich das Schall oder Licht aussendende Objekt auf den Beobachter zu- oder von ihm wegbewegt. Dies kann im Alltag z.B. an vorbeifahrenden Autos gehört werden. In der Medizin können mittels Dopplereffekt Blutgefäße als arteriell oder venös identifiziert werden, da die Stömungsrichtung bei Arterien vom Herzen weg, bei Venen zum Herzen hin gerichtet ist. In der Astronomie können Bewegungsrichtung und Entfernung von Sternen ermittelt werden. So konnte E. Hubble (1889-1953) mit Hilfe des Doppler-Effekts die Expansion des Weltalls nachweisen: Andere Galaxien zeigen nämlich in ihrem Spektrum eine Rotverschiebung.




E


Einstein, Albert

einstein

Albert Einstein wurde 1879 in Ulm geboren. Nach mäßigen Leistungen in der Schule arbeitete er zeitweilig in subalterner Beschäftigung an einem schweizer Patentamt. Er erregte 1905 durch drei wissenschaftliche Artikel über den photoelektrischen Effekt, die Brownsche Molekularbewegung und die Elektrodynamik bewegter Körper Aufsehen in den Fachkreisen der Physik. Weltberühmt wurde er durch die spezielle und allgemeine Relativitätstheorie, die als Paradigmenwechsel angesehen werden müssen, wie damals das Kopernikanische Weltbild oder die Keplerschen Gesetze. Für die Arbeit über den photoelektrischen Effekt erhielt E. 1922 den Nobelpreis. Mit der allgemeinen Relativitätstheorie konnte E. die Schwankungen in den Bewegungen der Planeten sowie die Ablenkung des Lichts in der Nachbarschaft massereicher Körper erklären. Einstein setzte sich auf politischem Gebiet für Zionismus und Demokratie ein. Er negierte die Existenz eines personalen Gottes.



Eis

Im astrophysikalischen Vokabular bedeutet "Eis" in fester Form auftretendes Wasser, Methan und Ammoniak.



Elektromagnetische Wellen

Wellenlängen von fm über mm bis Mm und Frequenzen von kHz über PHz bis ZHz werden in der Grafik "Elektromagnetisches Spektrum" veranschaulicht.



Ellipsen-Schema

Siehe auch bei Kepler

elli2 schematische Umlaufbahn eines
Planeten um die Sonne




Erde
(gr. gaia)

erdmond Erde mit Mond

Bei seinem Umlauf um die Erde im Abstand von 385 000 km zeigt der Mond der Erde immer die gleiche Ansicht. Rotation und Revolution (Umlauf) des Mondes dauern also gleich lang. "Hinterm Mond" zu leben - ständig erdabgewandt - ist also rein astronomisch möglich. Der Mondumlauf hat den gleichen Drehsinn wie die Erde, verläuft aber wesentlich langsamer. So entsteht für den Beobachter der Eindruck eines gegenläufigen Umlaufs.

Der 3. Planet von der Sonne aus, der einzige Planet unseres Systems, der Leben beherbergt, ein Biotop. Lange Zeit irrtümlich als Mittelpunkt des Universums angesehen (geo-zentrische Weltsicht). Gehört zu den inneren und ist Namensgeber der erdähnlichen Planeten. Er ist der dichteste Planet (5,514 g/cm3)

Mittl. Abstand zur Sonne: 1 AE ≅150 Mill. km
Durchmesser: 1 (als Bezugsgröße ) = 12 756 km
Erdumfang (Äquator): 40 074 km
Dichte: 5,5 g/cm3
Masse: 1 (als Bezugsgröße) = 5,9x1024 kg
Oberflächentemperatur: ≅15°C
Tag: 1Tag
Jahr: 1 Jahr
Umlaufgeschwindigkeit: 108 000 km/h
Rotationsgeschwindigkeit (äquat.): 1 674 km/h
Atmosphäre: 78% N2, 21% O2 u.a.
Albedo: 0,15
Mond: 1 (Abstand: 360 000-410 000 km)



Erdähnliche Planeten

Die erdähnlichen, terrestrischen oder auch inneren Planeten sind Merkur, Venus, Erde, Mars. Sie werden wegen ihrer Entfernung zur Sonne zu den inneren Planeten gezählt. Sie haben alle eine ähnliche, nämlich über doppelt so hohe Dichte wie die jupiterähnlichen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, die man auch als
Gas-Riesen bezeichnet. Andere Bezeichnung für jupiterähnliche P.: Iovanische oder äußere P.



ESA

ESA = European Space Agency = Europäische Raumfahrtbehörde




F


Fernrohr

Um 1608 wurde das Linsen-Fernrohr (Teleskop) vom deutsch-niederländischen Brillenmacher Jan Lippershey (auch: Hans Lipperhey / 1570-1619) erfunden. Mit einem Nachbau dieser Erfindung gelang es G.Galilei um 1610 die 4 größten Jupitermonde, auch galilëische Monde genannt, sowie die Saturnringe zu entdecken. Ein erstes astronomisches Teleskop wurde 1611 nach Angaben des J. Kepler vom Mathematiker und Physiker Ch. Scheiner gebaut. Er verwendete hierbei ausschließlich Sammellinsen. Isaac Newton erfand 1668 das Spiegelteleskop, bei dem ein Spiegel als Objektiv diente. Mit diesem Prinzip lassen sich später alle chromatischen Abweichungen vermeiden.




G


Galaxie

Eine Galaxie ist ein extragalaktisches Sternsystem, eine "Milchstraße" außerhalb unserer Galaxis. Hierbei handelt es sich um eine gewaltige, dichte Ansammlung von Sternhaufen, die durch gegenseitige Gravitation dicht beieinander bleiben. Man kann - theoretisch - von der Erde aus 50 Milliarden Galaxien beobachten. Dabei gehören zu einer G. durchschnittlich 150 Milliarden Sterne. Für Zweifel an der Unendlichkeit des Universums und der Existenz zahlreicher weiterer belebter Planeten bleibt eigentlich kein Platz.

andromeda



Galaxis

Die Galaxis ist das Sternsystem, dem unser Sonnensystem, alle mit bloßem Auge sichtbaren etwa 5.000 Sterne und weitere nur teleskopisch erkennbare 200-300 Mrd. Sterne angehören. Die Galaxis ist das allgemein als Milchstraße bekannte Sternsystem.

milkyway Unsere Milchstraße




Galilei, Galileo

galileo

Galileo Galilei (1564-1642) war italienischer Mathematiker, Philosoph und Physiker. Mit der Einführung des quantitativen Experiments begründete er die moderne Naturwissenschaft. Er entwickelte die Pendelgesetze sowie die Gesetze des freien Falls. Mit einem Nachbau des niederländischen Fernrohrs gelang ihm 1610 die Entdeckung der ersten - weil größten - 4 Monde Jupiters, nach ihm "galileische Monde" genannt: Europa, Io, Ganymed, Kallisto. Die Milchstraße hat er als eine riesige Ansammlung einzelner Sterne erkannt. Zudem wurde G.G. ein eifriger Verfechter des kopernikanischen heliozentrischen Systems, bis ihn die katholische Kirche 1633 zwang, diese Erkenntnisse zu widerrufen.
Auch die Saturnringe wurden von ihm erstmals ins Visier genommen, allerdings beschrieb er diesen als "zwei Henkel an der Seite des Planeten".

"Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen."

Galileo Galilei



Gasriese

Eine andere Bezeichnung für die jovianischen oder jupiterähnlichen Planeten Jupiter bis Neptun.



Geozentrisches System

Ein astronomisches System, bei dem die Erde als Zentrum der Planeten-Bewegungen, ja des ganzen Universums angenommen wurde. Es wurde von dem alexandrinischen Astronomen Claudius Ptolemaeus (* um 100, † um 175) aus Oberägypten auf Grund seiner mathematisch-astronomischen Berechnungen vertreten und blieb über etwa 1 300 Jahre maßgeblich, bis Kopernikus das heliozentrische System erarbeitete und beweisen konnte.



 Größenvergleich der Planeten
(Mauszeiger über einem Planeten zeigt dessen Namen)

# # # # # # # # # # Größenvergleich

Von links unten (Merkur) nach rechts oben (Pluto) sind die Planeten und Zwergplaneten so nebeneinander aufgereiht, dass eine ungefähre Vorstellung über ihre Größen-Verhältnisse entstehen kann. Alle 8 Planeten und 2 Zwergplaneten zusammen machen weit weniger als 1% der Gesamtmasse unseres Sonnensystems aus. Der "Rest" ist Sonne. Siehe auch bei Sonne und Planeten

Merksatz:
Mein Vater Erklärt Mir Chronologisch Jeden Samstag Unsere Neuen Planetenerkenntnisse

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H


Halley, Edmond

halley

Der englische Astronom Edmond Halley (1656-1742) entdeckte als Erster, dass die Kometen, die 1456, 1531 und 1607 beobachtet wurden, ein und derselbe Komet waren. Mit Hilfe von I. Newtons Gravitationslehre konnte er berechnen, dass dieser Komet eine Umlaufbahn um die Sonne beschreibt, die ihn in regelmäßigen Abständen auch von der Erde aus sichtbar werden lässt. Von den verschiedenen Theorien über die Form der Kometenbahn erkannte Halley als Erster, dass hier ebenfalls das 1. keplersche Gesetz Gültigkeit besitzt. So können rückwirkend Kometen-Beobachtungen bis in das Jahr 240 v diesem nach ihm benannte Kometen zugeordnet werden, da er sich etwa alle 76 Jahre der Erde nähert.

halley3



Heliozentrisches System

Das von N. Kopernikus erarbeitete heliozentrische System (auch Kopernikanisches S. genannt) stellte einen revolutionären Umschwung in der Astronomie dar, eine historische Wende der Weltsicht, einen Paradigmenwechsel. Denn dieses System widerlegte die alt-überkommene Auffassung von der Erde als Zentrum des Weltalls (geozentrisches System) und erkannte die Zentral-Position der Sonne in unserem Planeten-System als gültig.



Herakleïdes Pontikos

Herakleïdes Pontikos, griechischer Philosoph (≈388 bis ≈315) entstammte der älteren Akademie; vermutete eine Achsendrehung der Erde von Westen nach Osten und hielt eine Rotation der Himmelskörper um die Sonne für möglich (dadurch Ansätze zu einer heliozentrischen Theorie, die von Aristarch weiter ausgebaut wurde). [Personenlexikon: Herakleïdes Pontikos. Lexikon der Naturwissenschaftler, S. 1686 http://www.digitale-bibliothek.de/band85.htm ]



I


Innere Planeten

Dies sind die Planeten vom Merkur bis zum Mars. Zwischen Inneren und Äußeren Planeten befindet sich der Planetoiden-Gürtel





Jupiter
(gr. Zeus)

zeus

Der 5. Planet von der Sonne aus. Unser größter Planet. Gehört zu den äußeren, jupiterähnlichen, jovanischen Planeten = Gasriesen

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 5,2
Durchmesser (Erde=1): 11,2
Dichte: 1,33 g/cm3
Masse (Erde=1): 317,8
Wolkentemperatur: -121°C
Jupiter-Tag: 0,4
Jupiter-Jahr: 11,86
Umlaufgeschwindigkeit: ≅13 km/sec
Atmosphäre: 90% H, 10% He
Albedo: 0,44
Monde: 63
Galileische Monde: Ganymed, Io, Kallisto, Europa



KBO = Kuiper Belt Object = Kuiper-Gürtel Objekt

Synomym für TNO



K

Kelvin

Lord Kelvin, eigentlich William Thomson, entwickelte 1848 die nach ihm benannte Kelvin-Skala
(absolute Temperaturskala).
Dabei ist der absolute Nullpunkt = −273,16°C = 0 K
Wasser schmilzt bei 0°C = 273,16 K
Wasser kocht bei 100°C = 373,16 K.
Regel: K = °C + 273,16
Die Temperaturmessung nach Kelvin kennt also keine Minusgrade und kein °-Zeichen.


Siehe auch im Glossar: Kelvin, Celsius, Fahrenheit



Kepler, Johannes

kepler

Deutscher Astronom (1571-1630), wurde 1601 in Prag nach dem Tod Brahes dessen Nachfolger bei Rudolf II. Mit Hilfe von Brahes Berechnungen entdeckte er Gesetzmäßigkeiten der Planeten-Bewegungen, die als "Kepler'sche Gesetze" Folgendes aussagen:

1. Die Planeten bewegen sich nicht auf Kreis-, sondern Ellipsen-Bahnen um die Sonne, die in einem der beiden Ellipsen-Brennpunkte (F1 bzw.F2) steht. (Zudem ist er der Entwickler des eigentlichen astronomischen Fernrohrs, dessen Prinzip bis heute Anwendung findet.)


2. Die von einem Planeten zur Sonne gezogene Linie (Fahrstrahl) überstreicht in gleichen Zeiträumen gleiche Flächen.


3. Die Quadrate der Umlaufzeiten sind ≅ gleich den Kuben der großen Ellipsen-Halbachsen (a im Schema) und ≅ gleich den Kuben der mitlleren Entfernung von der Sonne (= den Kuben der großen Halbachsen).

Ellipsen-Schema:

ellipse2




Kleinkörper des Sonnensystems/SSSB

Small Solar System Bodies/Siehe bei Planet



Koma

Die Koma ist die Staub- und Gashülle um den Kern eines Kometen.



Komet

komet

Kometen, auch Schweifsterne genannt, sind Himmelskörper, die auf sehr lang gestreckten Ellipsenbahnen die Sonne umlaufen und im Bereich des Perihels in einem Abstand von 1-2 AE ihren Kometenschweif bilden: Bei Annäherung an die Sonne verdampfen Oberflächen-Teilchen des K.-Kerns und bilden eine als Koma bezeichnete Gashülle. Der Druck des Sonnenwinds treibt aus der Koma Moleküle heraus, die den Kometenschweif bilden. Dieser zeigt stets von der Sonne weg und erreicht Längen von mehreren Mio. km. Die Koma, die den Kometen-Kern wie eine Atmosphäre umgibt, kann sich bis zu 1 Mio. km ausdehnen. Kometen hinterlassen zudem eine tunnelförmige Spur von "Abriebpartikeln", die zur Meteor-Entstehung führen können. Der bekannteste Komet ist der so genannte halleysche Komet mit einer Umlaufzeit von 76 Jahren. Früher galt das Auftreten von Kometen als unberechenbar und hat entsprechend abergläubische Legenden genährt.

kometw



Kopernikus, Nikolaus

copernic

Deutscher Astronom (* Thorn 1473, † Frauenburg 1543). Er erkannte, dass sich mit dem geozentrischen System die Positionen der Planeten nicht korrekt bestimmen ließen. Er griff die Vorstellung des Aristarch von Samos von der Sonne als ruhendem Zentrum der Planeten auf. Kopernikus erarbeitete und bewies das heliozentrische System, auch "Kopernikanisches System" genannt. Er schrieb 6 Bücher "de revolutionibus orbium coelestium" (über die Umlauf-Bewegungen der Himmelskörper). Diese veröffentlichte er jedoch aus Furcht vor kirchlichen Repressalien erst kurz vor seinem Tod (1543).



Kues, Nikolaus von

Siehe bei "Cusanus"




L


Lichtgeschwindigkeit

Die Lichtgeschwindigkeit beträgt ≅300.000 km/sec. Oder genau: 299.792.458 m/sec im Vakuum.



Lichtjahr

Keine Zeit-, sondern Längeneinheit: Die Strecke, die das Licht - etwa eines Sterns - in einem Jahr zurücklegt, ist ein Lichtjahr. Diese Strecke beträgt etwa 9,5 Bio. km (9,5 · 1012 km). Das bedeutet, dass die meisten Sterne, die jetzt am Nachthimmel zu sehen sind, ihr sichtbares Licht vor unvorstellbar vielen Jahren ausgesandt haben, weil sie tausende bis milliarden Lichtjahre von uns enfernt sind. Oder: Die Sonne - der uns nächste Stern - ist bereits 8,3 Min. aufgegangen, bevor wir sie sehen. Die Sonne ist also "nur" 8,3 Lichtminuten von uns entfernt.

sonnenah




M


Mars
(gr. Ares)

mars

Der 4. Planet von der Sonne aus, auch der "Rote Planet" genannt. Gehört zu den inneren und erdähnlichen Planeten.

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 1,52
Durchmesser (Erde=1): 0,53
Dichte: 3,9 g/cm3
Masse (Erde=1): 0,11
Oberflächentemperatur: ≅ -63°C (-140 bis +20°C)
Mars-Tag: 1
Mars-Jahr: 1,88
Umlaufgeschwindigkeit:
Atmosphäre: 95,3% CO2, 2,7% N2, u.a.
Albedo: 0,15
Monde: 2?



Merkspruch für unsere Planeten und Zwergplaneten:

Merkur Venus Erde Mars Ceres Jupiter Saturn Uranus Neptun Pluto
Mein Vater Erklärt Mir Chronologisch Jeden Samstag Unsere Neuen Planeten-Erkenntnisse



planeten Siehe detaillierte Darstellungen hier und hier



Merkur
(gr. Hermes, lat. mercurius):

merkur

Der 1. Planet von der Sonne aus, der sonnennächste, der schnellste, der kleinste Planet des Systems. Gehört zu den inneren, den erdähnlichen Planeten .

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 0,39
Durchmesser (Erde=1): 0,38
Dichte: 5,43 g/cm3
Masse (Erde=1): 0,05
Temperatur: ≅179°C (-180° bis 430°C)
Merkur-Tag: 58,6
Merkur-Jahr: 0,24
Umlaufgeschwindigkeit: ≅ 48 km/sec
Albedo: 0,12
Monde: keine bekannt



Metall

In der Astrophysik werden alle Elemente außer H und He als "Metall" bezeichnet.



Meteor

Wenn ein Meteoroid in die Erdatmosphäre eindringt, kommt es auf Grund der Reibungswärme zu Verglühungen. Diese sieht man als hellen Strich am Himmel, als Meteor, volkstümlich "Sternschnuppe" genannt. Die überwiegende Zahl der Meteore sind nur einige Millimeter groß und nur sekundenlang zu sehen. Bei größerer Masse und entsprechend ausgeprägter Leuchtkraft spricht man von "Feuerbällen" oder "Boliden". Treten sie in großer Zahl simultan auf, kommt es zur Erscheinung von "Meteorschauern". Diese rühren jedoch nicht vom Planetoidengürtel her, sondern von einer Kometenbahn, die den Orbit der Erde schneidet. Kometen hinterlassen auf ihrer Bahn eine tunnelförmige Spur von "Abriebpartikeln", Meteoroiden. Meteorschauer stellen sich daher in jährlichem Abstand ein. Sie werden nach dem Sternbild benannt, vor dem sich ihre Erscheinung abspielt (Perseiden-, Leoniden-Schauer...).



Meteorit

Sollte ein Meteor in der Erdatmosphäre nicht völlig verglühen, so schlägt sein mehr oder weniger großer Rest - als Meteorit - auf die Erdoberfläche ein. Astronomen erwähnen in diesem Zusammenhang eine tägliche Massenzunahme der Erde um hunderte Tonnen durch vorwiegend staubartigen Meteoriten-Niederschlag.



Meteoroid

Auch die Meteoroiden umkreisen die Sonne. Sie sind kleiner als Planetoiden (= Asteroiden) und entstammen entweder dem Planetoidengürtel oder den Kometenbahnen. Wenn sie in Richtung der "Inneren Planeten" abdriften und dort auf die Erdatmosphäre treffen, können aus ihnen Meteore ("Sternschnuppen") werden, die in der Atmosphäre verglühen. Gelegentlich in so großer Zahl, dass von Meteorschauern gesprochen wird. Oder sie werden zu Meteoriten, wenn sie bis zur Erdoberfläche gelangen und dort - meist nur staubkorn- bis kieselsteingroß - einschlagen. Experten gehen von einer Massenzunahme der Erde durch Meteoriten-Niederschlag aus.



Milchstraße

Eine Milchstraße, Galaxis, Galaxie (gr.: gala, galaktos = Milch) ist ein Sternsystem, das aus unzähligen, dicht gelagerten Sternhaufen besteht. Tatsächlich kann man bei der Himmelsbeobachtung mit bloßem Auge an verschüttete Milch denken. Man unterscheidet unsere "eigentliche" Milchstraße = Galaxis und extragalaktische Milchstraßen = Galaxien.

milkywayandromeda

Unsere Milchstraße                   Andromeda-Nebel



Mond

erdmond Erde mit Mond (im Hintergrund).

Monde sind natürliche Himmelskörper, die einen Planeten umkreisen. Zahl der Monde: Siehe bei den einzelnen Planeten.



Mondfinsternis

Bei einer linearen Position von Sonne—Erde—Mond gerät der Mond partiell oder total in den Kernschatten der Erde. Auch hier gelangt das an der Erde vorbeistreifende Sonnenlicht erst nach Streuung während seiner zweifachen Atmosphärenpassage auf die Mondoberfläche.
Siehe auch bei "Abendrot"



Mondmonat

Eigentlich ein Pleonasmus; denn unser Zeit-Begriff "Monat" leitet sich von "Mond" ab. Die Zeitspanne von Neu- zu Neu-Mond oder von Voll- zu Voll-Mond ist ein Mondmonat. Das sind ≅29,5 Tage.



Morgenstern

venus

Wie der Abendstern wird auch der Morgenstern von dem Planeten Venus verkörpert. Vor Sonnenaufgang ist Venus am Osthorizont als (passiv) leuchtender "Stern" zu sehen.




N


NASA

NASA = National Aeronautics and Space Administration = Nordamerikanische Weltraumbehörde



Neptun
(gr. Poseidon)

poseidon

Der 8. Planet von der Sonne aus. Gehört zu den äußeren und zu den jupiterähnlichen Planeten = Gasriesen .

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 30
Durchmesser (Erde=1): 3,88
Dichte: 1,64 g/cm3
Masse (Erde=1): 17,2
Neptun-Tag: 0,6
Neptun-Jahr: 165 Jahre
Umlaufgeschwindigkeit: 5,45 km/sec
Atmosphäre: 85% H, 13% He, 2% Methan
Albedo: 0,51
Monde: 13



Newton, Isaac

newton

Isaac Newton (1643-1727) war englischer Mathematiker und Physiker. Er arbeitete auf dem Gebiet der Optik, des Lichts und der Mechanik. So entdeckte er die Spektralfarben des weißen Sonnenlichts, erfand das Spiegelteleskop, entwickelte unabhängig von Leibniz (Differential-Rechnung) die Fluxionsrechnung und schuf als Hauptwerk das Gravitationsgesetz und die 3 Axiome der Mechanik: 1. Trägheitsgesetz; 2. Dynamisches Grundgesetz; 3. Gegenwirkungsgesetz. Diese Gesetze halfen E.Halley bei seinen Berechnungen der Kometen-Bahn.



Nordlicht

Siehe bei Polarlicht




O

id="opp">Opposition

Wenn von der Erde aus beobachtet der Längenunterschied zwischen einem Gestirn und der Sonne 180° beträgt, besteht eine Opposition. Beispiel: Bei Vollmond steht steht der Mond in Opposition zur Sonne. Die inneren Planeten Merkur und Venus können niemals in O. zur Sonne stehen.



Orbit

= Umlaufbahn eines Objekts (Planet, Planetoid, Komet, Mond, Satellit, Raumfähre) um ein Gestirn.



P

Paradigma

Ein Paradigma ist ein mustergültiges Beispiel, Modell, Vorbild. Wenn sich in der Wissenschaft bestimmte fundamentale Erscheinungen nicht mehr nach den gültigen Paradigmen erklären lassen, führen neue Erkenntnisse, die eine schlüssige Erklärung ermöglichen, zu einer wissenschaftlichen Revolution, zu einer neuen Weltsicht, zu einem Paradigmenwechsel. So verhielt es sich bei dem Nachweis des heliozentrischen Planetensystems durch Kopernikus, bei der Errechnung der gesetzmäßigen Planetenbewegungen durch Kepler und bei der Relativitätstheorie von Einstein.



Perihel

elli

Der Perihel ist der sonnennächste Punkt auf der Umlaufbahn eines Planeten. Siehe auch Aphel, Ellipsenschema



Planet

Planeten sind größere Himmelskörper auf einer Umlaufbahn um eine Sonne. Außer der Erde kennen wir 7 weitere Planeten und 2 Zwergplaneten in unserem Sonnensystem.

Die Entscheidung der IAU (Internationale Astronomische Union) vom 24.08.2006, Pluto den Planeten-Status abzuerkennen und ihn - wie auch Ceres - als Zwergplaneten einzustufen, war nicht unumstritten, stützt sich aber auf die zugleich festgelegte Definition des Planeten-Status in den Resolutionen B5 und B6 (Wortlaut hier).

"Planet"
"Zwergplanet"
"Kleinkörper des Sonnensystems/SSSB"
"Transneptunische Objekte/TNO"



 Resolution B5 (Wortlaut hier)

  1. Planet: Ein Planet ist ein Himmelskörper
    • auf einer Umlaufbahn um die Sonne,
    • der eine ausreichende Masse und somit Eigen-Schwerkraft hat, um die zentrifugalen Festkörperkräfte zu überwinden, sodass er ein hydrostatisches Gleichgewicht und eine annähernd kugelige Gestalt aufrechterhalten kann,
    • der seine Umlaufbahn freigeräumt hat.

  2. Zwergplanet: Ein Zwergplanet ist ein Himmelskörper
    • auf einer Umlaufbahn um die Sonne,
    • der eine ausreichende Masse und somit Eigen-Schwerkraft hat, um die zentrifugalen Festkörperkräfte zu überwinden, sodass er ein hydrostatisches Gleichgewicht und eine annähernd kugelige Gestalt aufrechterhalten kann,
    • der seine Umlaufbahn nicht freigeräumt hat,
    • der kein Satellit ist.

  3. Andere Objekte:
    • Alle anderen die Sonne umlaufenden Objekte außer den Satelliten sollten als 'SSSB'/ 'Kleinkörper des Sonnensystems'/ 'Small Solar System Bodies' zusammengefasst werden (dies sind Asteroiden = Planetoiden, Meteoroiden, TNOs und Kometen).

Resolution B6
  • Pluto
    • Pluto ist nach der obigen Definition also ein Zwergplanet und gilt als Prototyp einer neuen Kategorie von TNO's (Trans-Neptunian Objects).




Planetoid

Die Planetoiden = Asteroiden, also planetenähnliche Himmelskörper, sind SSSB und umkreisen als felsige Objekte wie Planeten die Sonne. Sie sind wesentlich kleiner als Planeten aber größer als die Meteoroiden. Zwischen den Inneren und Äußeren Planeten, das heißt zwischen Mars und Jupiter befindet sich ein ausgedehnter Planetoiden-Gürtel.



Pluto
(gr. Hades)

pluto_charon  Pluto mit seinem Mond Charon (1978 entdeckt)

Pluto ist ein Zwergplanet. Sein Orbit liegt an 10. Stelle von der Sonne aus. Er gehört zu den Trans-Neptunischen Objekten (TNO). Planeten-Definition: hier


Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 39,30
Durchmesser (Erde=1): 0,18
Dichte: ≅2 g/cm3
Masse (Erde=1): 0,00002
Pluto-Tag: 6,4
Pluto-Jahr: 0,7
Umlaufgeschwindigkeit: 4,74 km/sec
Atmosphäre: 98% N2, Methan
Albedo: ≅0,5
Monde: 3



Polarlicht

Die Korpuskularstrahlung des Sonnenwinds wird in Polnähe durch das Erdmagnetfeld zu den Polen hin abgelenkt und bringt in ≅100 km Höhe die atmosphärischen Teilchen zum Leuchten i.S. einer Fluoreszenz: Nordlicht (Aurora borealis), Südlicht (Aurora australis). Siehe auch bei Aurora.



Ptolemaeus, Claudius

Griechischer Mathematiker und Astronom, der im oberägyptischen Alexandria wirkte, im 2. Jahrhundert/n die mathematische Astronomie und Geographie begründete und mit seinen Berechnungen und Beobachtungen das geozentrische System vertrat, das nach ihm auch Ptolemäisches Weltbild genannt wird. Dieses sah die Erde als Zentrum der Planeten, ja des ganzen Weltalls an und behielt seine Gültigkeit etwa 1 300 Jahre bis zur Entwicklung des kopernikanischen Systems! Ptolemäus ging auch von einer Kugelgestalt der Erde aus, wie sie im antiken Griechenland bereits seit dem 6.-5. Jh. vuZ zum Wissensstand gehörte (Pythagoras, Platon), im europäischen Mittelalter sich jedoch erst im 6.-12. Jh. uZ in der Bevölkerung durchsetzte.




Q

Quasar

Quasare sind quasistellare Objekte im Kosmos, die extrem starke Radiostrahlen aussenden und einen äußerst hellen Kern besitzen. Die Leuchtkraft von Quasaren übertrifft die von großen Sternsystemen um das Hundertfache. Die Spektrallinien von Q. zeigen eine ausgeprägte Rotverschiebung. Dies kann mit dem Doppler-Effekt als ein Hinweis auf eine große Fluchtgeschwindigkeit gedeutet werden. Quasare haben eine Entfernung von > 15 Mrd. Lichtjahren.




R


Rayleigh

John William Strutt Rayleigh (1842-1919), britischer, ungewöhnlich vielseitiger Physiker mit bedeutenden Beiträgen auf nahezu allen Gebieten der klassischen Physik, arbeitete vorwiegend auf dem Gebiet der Schwingungs- und Wellenlehre, Akustik. Er entdeckte 1894 zusammen mit Ramsay das Element Argon. Er erhielt 1904 den Nobelpreis für Physik. Die nach ihm benannte R.-Streuung wird unter Blauer Himmel, Morgen- und Abendrot erläutert.



Revolution

Der Umlauf eines Himmelskörpers um ein Zentralgestirn. Siehe bei Kopernikus : "De revolutionibus orbium coelestium" (Über die Umlaufbewegungen der Himmelskörper)



Rotation

Die Drehung eines Himmelskörpers um die eigene Achse.
Siehe bei Erde. Nicht mit Umlauf zu verwechseln.



Rotationsdauer

= die Zeitspanne, in der sich ein Planet einmal um die eigene Achse dreht = die Dauer eines Planeten-Tages, wobei die Zeiteinheiten unserer Erde als Maß genommen werden.




S


Satellit

Ein Satellit umkreist als künstlicher Himmelskörper die Erde oder einen anderen Planeten. Hier eine - bearbeitete - Satellitenaufnahme der Erde (Europa und Nordafrika):

sat



Saturn
(gr. Kronos)

saturn

Der 6. Planet von der Sonne aus. Wegen seiner gut sichtbaren Ringe gilt er als "schönster" Planet. Das Ringsystem besteht aus Milliarden von staubkorn- bis metergroßen Gesteins- und Eispartikeln, die in einer Ebene den Planeten umkreisen. Zusammen besitzen die Ringe eine Höhe von etwa 100 km und eine variierende Breite von 250 000 km. Die 56 Saturnmonde ziehen weiter vom Planeten entfernt ihre Bahnen.
Nach Jupiter der zweitgrößte Planet unserer Sonne. Gehört zu den äußeren und zu den jupiterähnlichen Planeten = Gasriesen.

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 9,54
Durchmesser (Erde=1): 9,42
Dichte: 0,6 g/cm3
Masse (Erde=1): 95,1
Wolkentemperatur: -125°C
Saturn-Tag: 0,4
Saturn-Jahr: 29,5
Umlaufgeschwindigkeit: 9,6 km/sec
Atmosphäre: 90% H, 10% He, Spuren Methan
Albedo: 0,46
Monde: 56 (gesichert)



Schwerelosigkeit

Verlässt ein Astronaut die Gravitation der Erde und befindet er sich noch nicht im Schwerefeld eines anderen Himmelskörpers, so besteht Schwerelosigkeit. In diesem Zustand gibt es keinen "freien Fall", man wiegt 0,0 kg.



Solartechnik

Die Technik zur Nutzung der Sonnenenergie
In früher griech. Vorzeit mussten sich die Menschen mit dem Sonnengott Helios gut stellen. Er hatte das Monopol über die Sonnenenergie und teilte den Menschen ihr Quantum zu, indem er sein Pferdegespann mit der Sonne - den Sonnenwagen - über den Himmel jagte:

sonne



Sonne
(lat. sol, gr. helios):

sonnenah

mouseover: Zentralstern unseres Planetensystems, Ursprung aller unserer Energieformen, unser Mutterstern, als Licht- und Wärmespenderin ist sie die conditio sine qua non für alles Leben auf der Erde, astronomischer Taktgeber für Uhren und Kalender. Vor anderen, gefährlichen Strahlungen der Sonne wie z.B. dem UV-Licht oder radioaktiven Strahlen schützen uns zum einen die - intakte?! - Erdatmosphäre, zum andern die große Entfernung dieses riesigen Kernfusions-Reaktors. Aber zurück zur Zeitmessung: Die Sonne ist die Uhr. / die aktuelle Uhrzeit ist: . Wir bemühen uns lediglich darum, kleine und kleinste Zeiteinheiten zu definieren - wobei wiederum die Mitgift der Sonne (Quarz, Caesium) den Takt vorgibt - oder uns mit Kalenderberechnungen an die astronomischen Gegebenheiten anzupassen. Jedoch bei der Namensgebung der Monate und Tage genießen wir "schöpferische" Freiheit.

Durchmesser: 1.300.000 km
Dichte: 1,41 g/cm3
Masse: 1,989x1030 kg *
Kern-Temperatur: ≅15.000.000°C
Oberflächen-Temp.: ≅6.000°C
Sonnen-"Tag": ≅30
Planeten: 9 (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto)

* 99,8% der gesamten Masse des Sonnensystems sind allein in der Sonne vereinigt. Siehe auch bei Sonne und Planeten




Sonne und Planeten

sonne_planeten

Hier kann erahnt werden, wie riesig die Sonne im Vergleich zu den Planeten ist. Siehe auch bei Größenvergleich der Planeten.



Sonnensystem

Die Gesamtheit eines Sonnensystems besteht aus Sonne, Planeten, Zwergplaneten, Planetoiden = Asteroiden, Kometen, Meteoroiden und Kleinkörpern.


Sonnenwind

Ein ständiger, von der Sonne ausgehender Strom von Gas, Protonen sowie Elektronen gerät bei seiner Ausbreitung in die Magnetfelder der Planeten und mit deren Ionosphären in Wechselwirkung. Lichterscheinungen können die Folge sein: Aurora, Nordlicht, Südlicht, Polarlicht, Kometenschweif und -koma



SSSB

Small Solar System Bodies - Siehe bei Planet



Stern

Ein Stern ist ein strahlungsaktiver Himmelskörper. Dazu werden in erster Linie alle sichtbares Licht ausstrahlenden Sterne gezählt, deren bekanntester unsere Sonne ist. Auch die Endstadien einer Stern-Existenz, wie Rote Riesen, Weiße Zwerge oder Neutronensterne gehören zur Klasse der Sterne.
Die "echten" Sterne wurden früher Fixsterne genannt, um sie von Nicht-Sternen, den Wandel"sternen" (heute: Planeten) und Schweif"sternen" (heute: Kometen) zu unterscheiden. Allerdings bewegen sich auch Sterne fort, jedoch wesentlich langsamer als Kometen, Planeten oder Meteoroiden. Daher konnten zwar Sternbilder über viele Jahrhunderte ihre figürliche Anordnung behalten, werden aber langfristig nicht mehr erkennbar sein.



Sternbild

In der Frühgeschichte der Menschheit haben zahlreiche musterartige Sterngruppen in ihrer zweidimensionalen Erscheinung die Phantasie der Menschen angeregt. So wurden mythologische oder auch alltägliche Figuren in diese Sterngruppen hineingedeutet: Sternbilder.

Sie sind als Tierkreiszeichen Thema der Astrologie, die mit ungezählten Horoskop-Variationen den Einfluss der Sternenwelt auf unser Befinden vertritt. Aber auch die Astronomie bedient sich der Sternbilder z.B. bei der Lokalisation bestimmter Beobachtungen.

sternbildSternbild "Steinbock"




Sternschnuppe

Im Volksmund werden Meteore "Sternschnuppen" genannt, gleichsam als Abfall von Sternen. Siehe auch bei: "Stern".



Supernova

Vor dem Erlöschen eines Sterns, dessen Energieversorgung erschöpft ist, kommt es zu einer explosionsartigen Steigerung seiner Leuchtkraft, die der einer ganzen Galaxie entsprechen kann: Supernova



Südlicht

Siehe bei Polarlicht




T


Teleskop

Siehe bei Fernrohr



Thomson

Siehe bei Kelvin



Trabant

Trabant = Satellit



Transneptunische Objekte = TNO

Als transneptunisches Objekt (TNO) bezeichnet man Himmelskörper, die sich außerhalb der Umlaufbahn von Neptun, dem äußersten Erdplaneten, um die Sonne bewegen. Seit den IAU-Resolutionen von 2006 kann der Zwergplanet Pluto wohl als das bekannteste TNO bezeichnet werden.

Die meisten TNO werden im Kuipergürtel vermutet, deswegen wird der Begriff Kuipergürtelobjekt (KBO, von englisch Kuiper Belt Object) auch synonym für transneptunisches Objekt verwendet. Heute kennt man einige hundert TNO, vermutet aber allein einige zehntausend Objekte, deren Durchmesser über 100 km groß ist.



Treibhauseffekt

Wenn Sonnenenergie bis zur Erdoberfläche gelangt, aber die von der Erde ausgehende Wärmestrahlung von der mit CO2 und H2O-Dampf angereicherten Atmosphäre zurückgehalten wird, spricht man vom "Treibhauseffekt".




U


UFO

Ein UFO ist ein "unknown flying object", ein "unbekanntes Flug-Objekt", welches oft mit Raumschiffen außerirdischer Lebewesen in Verbindung gebracht wird, meist/immer aber durch optische Täuschungen der verschiedensten Art bedingt ist.



Umlaufdauer

= die Zeitspanne, die ein Planet für einen Umlauf (Revolution) um die Sonne benötigt = die Dauer eines Planeten-Jahrs. Dagegen bezeichnet man die Rotationsdauer eines Planeten, also die Dauer einer Umdrehung um die eigene Achse als Tag, wobei das Erdjahr und der Erdtag als Zeiteinheiten für andere Planeten gelten (= 1).



Uranus

uranus

Der 7. Planet von der Sonne aus. Gehört zu den äußeren, den jupiterähnlichen Planeten = Gasriesen .

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 19,18
Durchmesser (Erde=1): 4,1
Dichte: 1,29 g/cm3
Masse (Erde=1): 14,5
Uranus-Tag: 0,7
Uranus-Jahr: 84
Umlaufgeschwindigkeit: 6,8 km/sec
Atmosphäre: 83% H, 15% He, 2% Methan
Albedo: 0,56
Monde: 27



Urknall

Eine Hypothese zur Entstehung des Universums geht von einem Urknall vor ≅15 Mrd. Jahren aus. Natürlich nur ein Denkmodell; denn die Frage nach dem Davor" und dem Woher ist (und bleibt?!) völlig offen! - Die Entstehung unseres Sonnensystems wird vor ≅5 Mrd. Jahren angenommen.



V


Venus
(gr. Aphrodite)

venus

Der 2. Planet von der Sonne aus. Gehört zu den inneren, den erdähnlichen Planeten. Wird Morgen- und Abendstern genannt.

Mittl. Abstand zur Sonne (in AE): 0,72
Durchmesser (Erde=1): 0,95
Dichte: 5,25 g/cm3
Masse (Erde=1): 0,82
Oberflächen-Temperatur: 482°C
Venus-Tag: 243
Venus-Jahr: 0,6
Umlaufgeschwindigkeit: ≅35 km/sec
Atmosphäre: 96% CO2, 3% N2
Albedo: 0,5
Monde: 0


Void

Riesiger Leerraum zwischen den Materiestrukturen des Universums



Wasser

H2O - auf der Erde weit verbreitete Flüssigkeit, die im festen Aggregatzustand "Eis", im gasförmigen Zustand "Dampf" genannt wird. Auch auf weiteren Planeten und Monden unseres Sonnensystems wurde Wasser in riesigen Mengen aber nur dünner Verteilung nachgewiesen. Im Wasser ist nach bisherigen Kenntnissen das irdische Leben entstanden. Für alles Leben unseres Planeten ist Wasser eine unverzichtbare Voraussetzung. Obwohl in gigantischen Mengen vorhanden (etwa 1400 Mio km3), lässt sich nur ein verschwindend geringer Anteil (0,3%) als Trinkwasser verwenden.


Weißer Zwerg

Ein W. Z. stellt die letzte Phase eines Sterns dar, der nach Verbrauch der Kernbrennstoffe H und He weniger als etwa Sonnenmasse besitzt. Die zwischen 10.000 und 100.000° Kelvin liegende Oberfächen-Temperatur erklärt die weiße Farbe des sterbenden Sterns. Er kühlt langsam ab und wird zum Schwarzen Zwerg.


Weltraum

Das Universum; alles, was über 100 km von unserem Planeten Erde entfernt ist.



X-ray   = Röntgenbild, -Aufnahme, -Durchleuchtung;
X-rays  = Röntgenstrahlen


Zenit

Der Scheitelpunkt einer vom Beobachter auf der Erde senkrecht zum Himmelsgewölbe verlaufenden Linie. Entgegengesetzt befindet sich der Nadir(-Scheitelpunkt).


Zwerggalaxie

Eine außerhalb unserer Galaxis liegende Galaxie mit einem Durchmesser von < 20.000 Lichtjahren wird als Z. bezeichnet.


Zwergplanet

Neu-Definition von Himmelskörpern, denen auch Pluto zugeordnet wurde. Siehe Resolutionen der IAU/24.08.2006