Willy Kriegel (1901 - 1966) auf einem Gemälde von Otto Dix Der Maler Willy Kriegel (1901 - 1966) hat den Beruf des Musterzeichners erlernt, war an der Dresdener Akademie Schüler von Oskar Kokoschka und Max Feldbauer und besuchte die Meisterklasse von Kokoschka. Studienreisen führten ihn nach Italien und Mallorca. Neben dem Dürerpreis (1930) wurde ihm auf der Weltausstellung in Paris (1937) eine Goldmedaille verliehen. 1936 wurden seine Arbeiten auf der Biennale in Venedig gezeigt. Sein Stil zeichnet sich durch einen expressiven Realismus aus. Nachdem das Vermögen der Ehefrau in der Wirtschaftskrise 1929 verlorenging und die Bilderverkäufe der folgenden Jahre eher schleppend verliefen, war Kriegel 1932 relativ mittellos, als Dix ihn malte (Bild links). In diesem Jahr erhielt Kriegel ein Stipendium der Albrecht-Dürer-Stiftung der Stadt Nürnberg.

Bild Noch nicht vorhersehbar war damals Kriegels Aufstieg zum angesehenen Künstler der NS-Diktatur. Seine politisch harmlosen Landschaften, Still-Leben und Porträts beinhalten keine ideologischen Aussagen. Für den auf Phytotherapeutika (Heilpflanzen-Medikamente) spezialisierten Pharmakonzern MADAUS, der inzwischen unter ROTTAPHARM ǀ MADAUS firmiert, schuf Kriegel von 1935 an Aquarelle mit sehr naturnah ausgeführten Pflanzendarstellungen.

Sie vor allem sind Inhalt der hier dargebotenen Bildergalerie, deren Internet-Verwendung mir in freundlicher Weise von Madaus gestattet wurde. Ab 1942 wohnte die Familie in Schluchsee/Schwarzwald, wo sie von den Gräueln des Krieges glücklicherweise wenig mitbekam. Kriegel widmete sich hier vor allem der Landschaftsmalerei. Trotz dieser politischen Enthaltsamkeit wurde er von staatlicher Seite durchaus geschätzt. Die Ehepaare Kriegel und Goebbels waren miteinander befreundet. Nach dem Krieg lebte K. am Starnberger See. Von 1964 an war er Professor an der Otto-Klein-Schule in Köln.

Neben zahlreichen Bildern im Besitz von Museen (u.a. Berlin, Dresden, Chemnitz, Nürnberg, Leipzig, Zittau, Altenburg, Münster) besitzt die Madaus GmbH die größte Zahl von Kriegel-Arbeiten. Die Pflanzen-Portaits sind nicht nur exakt und naturalistisch, sondern atemberaubend ausdrucksstark, so dass ich spontan und mit Freude den Entschluss fasste, die Bilder in einer eigenen, hier präsentierten Galerie zu zeigen.



Otto Wilhelm Thomé (1840-1925) sowie Walter Migula (1863-1938) waren deutsche Botaniker. Sie wurden vor allem durch die Sammlung hervorragender botanischer Zeichnungen "Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannt, die allerdings nur unter Thomés Namen erschien. Die offiziellen botanischen Autorenkürzel lauten "Thomé" und "Mig.".

Näheres über die DACH-Flora von Thomé und Migula finden Sie im zugehörigen Bereich unter Hinweisen.